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Renaissance-Kleinod im neuen Kleid

Vielfältige Gewölbeformen – vom Tonnengewölbe bis zum spätgotischen Netzgratgewölbe – prägen den Charakter des historischen Gebäudes in Waidhofen an der Ybbs, das nach Umbau und Renovierung wieder als Bezirksgericht dient. Alle Fotos: Malerei Steingruber/Dominik Stixenberger

Das Bezirksgericht in Waidhofen an der Ybbs ist ein gutes Beispiel für eine besonders gelungene Modernisierung eines historischen Gebäudes. Dazu beigetragen haben die Wandprodukte aus der Histolith-Reihe für die authentische Renovierung im Denkmal-Bereich.

Das hübsche Städtchen an der Eisenstraße kann auf eine bewegte Geschichte zurück blicken. Reich und mächtig geworden in der Zeit der Eisenhämmer und der Schwarzen Grafen, erzählen heute nur mehr die vielen denkmalgeschützten Gebäude von der einstigen Glanzzeit.

Eines der Gebäude ist ein zweieinhalbgeschoßiger Renaissancebau in der Ybbstorstraße. Er wurde im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts erbaut und war Geburtshaus des bedeutenden Landschaftsmalers Ludwig Halauska. Später tagte hier das Bezirksgericht. Nach dessen Schließung und Wiedereinsetzung kam es zum Umbau. Hier hatte das Baudenkmalamt ein gewichtiges Wort mitzureden, galt es doch, die geschichtsträchtige Substanz authentisch zu erhalten und die technische Modernisierung mit Lifteinbau so feinfühlig wie möglich umzusetzen. Im September 2019 siedelte das Gericht in seinen alten neuen Standort zurück.

Ein Jahr dauerten die Renovier- und Umbauarbeiten. Mit der Planung beauftragt war das Waidhofner Architektenbüro W30. Für die fachgerechten Arbeiten an den Innen- und Hofwänden mit den vielfältigen Gewölbe-Formen* wurde der Malerfachbetrieb Steingruber aus Allhartsberg (NÖ) beauftragt. Der hohe Anspruch an den Denkmalschutz bedeutete für die ausführende Firma und die Materialien eine spezielle Herausforderung. Mit der für die authentische Innenwand-Gestaltung entwickelten Produktserie Histolith wurde den denkmalgerechten Anforderungen aber bestens entsprochen. Im Vorfeld der Maßnahmen überprüfte Christian Ofner, Baudenkmal-Experte von Histolith (Synthesa Gruppe), die Untergründe der Wände und Decken. Die Ergebnisse dienten dem Malerbetrieb als praktische Handlungsanweisung.

Zum Einsatz kam unter anderem eine hochwertige Emulsionsfarbe aus der Histolith-Reihe (ca. 4000 m²). Es handelt sich dabei um eine reversible Innenfarbe mit Kasein-Tempera-Charakter, die auch auf alten tragfähigen Dispersonsanstrichen aufgebracht werden kann.
Die Denkmalschutzmarke Histolith vereint ein Komplettprogramm von Putzen, Beschichtungen und Zusatzstoffen für die originalgetreue Restaurierung historischer Objekte. Die Produkt-Palette umfasst Silikat- und Kalk-Farben genauso wie Spachtelmassen, Trass-Kalkputze, Leinölfarben als auch Ergänzungsprodukte.

*Im breiten Flur befinden sich Kreuzgratgewölbe aus dem 16. Jahrhundert, die Erdgeschoßräume sind mit Stichkappentonnen versehen. Im Obergeschoß hat der Flur ein Tonnengewölbe, Stuckkassetten über Konsolsteinen und ein Steingewändeportal mit 1572 bezeichnetem Wappen Wolf Ebenpergers. Außerdem befindet sich hier eine Stichkappentonne mit Stuckgratkassettierung, zum Hof in drei Rundbogenarkaden über Polygonalpfeilern mit kreuzgratgewölbten Gängen geöffnet. Der Gerichtssaal hat eine barock kassettierte Stuckdecke. Im Vorraum befindet sich ein spätgotisches Netzgratgewölbe mit ausgeprägten Noppen. Im Richterzimmer befinden sich Tonnengewölbe mit enger Stichkappenfolge, die Ecken sind durch eine Dreistrahllösung elegant abgerundet. (Quelle: Wikipedia)

Materialien mit Flächen:
Histolith-Spezialgrundierung: 3000 m²
Histolith-Renovierspachtel: 1800m²
Histolith-Kalkspachtel Natur: 1400m²
Histolith-Emulsionsfarbe: 4000m²
Histolith-Fassadenkalkfarbe: 1000m²
Histolith-Leinölfarbe: 200m²

Bautafel:
Bauherr: Magistrat der Stadt Waidhofen/Ybbs
Architekt/ÖBA: W30 Architektur, Waidhofen/Ybbs
Ausführende: Malerfachbetrieb Steingruber, Allhartsberg
Bauberatung: Christian Ofner, Baudenkmal-Experte von Histolith (Synthesa Gruppe)

Text: Susanna Witte