Pressemitteilungen 2015

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Hanf dämmt im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern

22.04.2015

Dem Amtshaus der Osttiroler Gemeinde Virgen wurde ein „Hanfmantel" verpasst.

 

Die Gemeinde Virgen, das „Meran Osttirols", hat ihr Amtshaus mit Hanf gedämmt. Das ökologische Dämm-System vom WDVS-Spezialisten Capatect aus Perg (OÖ) sorgt dafür, dass rund die Hälfte der Gebäude-Energie eingespart werden kann. Der Ferienort in der Nähe von Matrei baut damit seine Vorreiter-Rolle in Sachen Energieeffizienz weiter aus.

 

„Als e5-Gemeinde, die sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit stark macht, fiel uns die Entscheidung für den Dämmstoff Hanf sehr leicht", sagt Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler auf die Frage nach den Motiven, diesen ungewöhnlichen Schritt zu machen. „Wir wollten ein Material, das nicht ölhaltig ist, nachwächst und aus Österreich stammt." 

 

Und welches Material eignet sich da besser als der reine Naturstoff Hanf. Das Rohmaterial kommt von Bauern aus dem Wein- und Waldviertel. In Haugsdorf (NÖ) werden die Hanffasern zu Dämmplatten aufbereitet. Hanf zählt zu den ältesten Nutz-Pflanzen der Menschheit und bietet viele Vorteile gegenüber anderen Dämmstoffen. „Die Hanffasern jucken nicht, riechen nicht, ziehen kein Ungeziefer an, kühlen im Sommer, und wärmen im Winter", erklärt Engelbert Wiedmann von Synthesa. Fast alle Teile der Pflanze können genutzt werden, z.B. die Hanfnüsse für die Erzeugung von hochwertigem gesundem Hanföl. Es gehen keine Anbauflächen für Lebensmittel verloren, Hanfnüsse sind Lebensmittel. Industriehanf ist zudem eine gute Anbaualternative für Bauern in relativ strukturschwachen Gebieten.

 

Wohlfühlklima inklusive

Vergangenen Sommer hat die umweltbewusste Nationalparkgemeinde am Fuße des Großvenedigers damit begonnen, die Hülle des Amtshauses zu sanieren und mit einer Dämmung aus Hanf zu versehen. Auf die 550 Quadratmeter Fassade des Gemeindegebäudes wurden 16 Zentimeter dicke Hanfplatten montiert. Der Energieverbrauch des mit Biomasse-Nahwärme beheizten Gebäudes, dessen Natursteinmauerwerk seit dem Jahre 1746 besteht, soll von vormals 65.000 auf 30.000 Kilowattstunden reduziert werden. „Nach dem ersten Winter im neu gedämmten Amtshaus kann ich nur sagen: wir fühlen uns pudelwohl", beschreibt Bürgermeister Ruggenthaler das erlangte Wohlfühlklima im Gebäude.

 

Virgen hat gemeinsam mit diesem Schritt 85 Prozent aller möglichen Klima-Energiemaßnahmen umgesetzt und liegt im Ranking der e5-Gemeinden an dritter Stelle und europaweit an 6. Stelle. Das e5-Programm ist Österreichs Bundes- und Landesprogramm für energiebewusste und klimafreundliche Gemeinden. Dafür überreichte Umweltminister Andrä Rupprechter dem Bürgermeister eine klimaaktiv-Auszeichnung. Das „Sonnige Plätzchen", so die deutsche Bezeichnung des slawischen Wortes Virgen, ist damit Vorbild  in Österreich und Europa.

Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler hat sich für den sympathischen Dämmstoff Hanf für die Fassade des Amtshauses stark gemacht.
Virgen ist eine e5-Gemeinde. Das Programm ist Österreichs Bundes- und Landesprogramm für energiebewusste und klimafreundliche Gemeinden.