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Facelifting für den längsten Wohnbau der Welt

22.10.2015

Ein Wiener Wahrzeichen mit zeitgeschichtlicher Bedeutung: der Karl-Marx-Hof mit seinen monumentalen Türmen am „12. Februar-Platz".

 

Kein Gebäude in Österreich steht beispielhafter für den kommunalen Wohnbau als der Karl-Marx-Hof in Wien. Ein Pionier-Objekt seiner Zeitepoche. Und ein Gebäude voller geschichtsträchtiger Ereignisse. Jetzt bekam das „Versailles der Arbeiter" ein Facelifting – mit den hochwertigen Silikat-Produkten von Synthesa.  

 

Das Bild des Haupt-Traktes der "Ringstraße des Proletariats" zierte lange Zeit eine österreichische Briefmarke im Wert von 50 Groschen. Denn schon allein die Ausmaße sind beeindruckend: 1100 Meter lang und somit der längste zusammenhängende Wohnbau der Welt. Das ist die Länge zwischen vier Straßenbahn-Haltestellen. Fast 1400 Wohnungen. Das ist Wohnraum für 5000 Menschen – also fast eine Kleinstadt. Gebaut wurde der Riesenkomplex in der Zeit von 1926 bis 1930 unter dem Stadtbaumeister Karl Ehn, einem Schüler des berühmten Jugendstil-Architekten Otto Wagner.

 

Das Gesamtareal des Gebäudekomplexes mit seinen Gartenanlagen und Freiplätzen nimmt eine Fläche von 156.027 Quadratmetern ein. Nur 18,4 Prozent ist verbaut, während der Rest Hofflächen mit Gartenanlagen oder Spielplätzen bildet. Auch was die moderne Ausstattung der Wohneinheiten betrifft war der Bau seiner Zeit voraus: jede Wohnung hatte fließend Wasser und eigenes WC. Mit Waschküche, Kindergarten, Grünflächen, Läden und Mütterberatungsstelle auf dem Gelände wurde es zum Wahrzeichen für den sozialen Wohnbau.

 

Historische Bekanntheit erzielte der Karl-Marx-Hof während des Februaraufstandes der Sozialisten gegen den totalitären Ständestaat im Jahre 1934. Am 13. Februar 1934 wurde der Hof mit Artilleriefeuer beschossen und der Widerstand der letzten "Roten Bastion" gebrochen.

 

Ab 1988 wurde eine Generalsanierung der Anlage durchgeführt. Teilweise legte man Wohnungen zusammen, um größere und zeitgemäße Wohnräume zu schaffen.

 

Akribische Spurensuche

Vor drei Jahren erfolgte der Startschuss für die umfassende Sanierung der rd. 80.000 m² Fassadenfläche. Ein heikles Unterfangen, galt es doch, dem denkmalgeschützten Bau einerseits zu einer Auffrischung zu verhelfen, andererseits seinen historischen Charakter nicht zu gefährden. Deshalb mussten im Vorfeld der Mega-Sanierung Farben- und Material-Recherche unternommen werden.

 

Das Denkmalamt entschied sich auf Ratschlag von Christian Ofner, Synthesa Denkmal-Profi (Marke Histolith), für eine Silikat-Fassadenfarbe und einen leicht changierenden Effekt mit Bürstenauftrag, um die strenge Flächigkeit in einer plastischen Optik aufzulösen. „Um die ursprünglichen Farbtöne so authentisch wie möglich nachzuempfinden, haben wir Putzproben fein vermahlen und die Farben rekonstruiert", erklärt Ofner die akribische Vorbereitung für die Anstricharbeiten, ausgeführt vom Wiener Bauunternehmen Sedlak.

 

Da es in den Bauarchiven nur bedingt Unterlagen und Muster gab, durchforstete Christian Ofner die unternehmenseigenen Archive auf der Suche nach original historischen Edelputzmustern. Und wurde u. a. beim ehemaligen Perger Edelputzhersteller Fries, Burgholzer (heute Synthesa/Capatect) fündig. Dieser liefert seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts Edelputze an Wiener Gemeindebauten und in den Wiener Raum. Noch heute werden diese Putze in dieser Qualität nach historischen Rezepturen bei Capatect produziert und vertrieben.

 

Die lasierende Silikatfarbe Silitol von Synthesa ist mineralisch und deshalb besonders umweltschonend und wasserdampfdurchlässig. Sie zeichnet sich besonders durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Schadstoffe aus. Sie verkieselt mit dem Untergrund und ergibt eine außerordentlich dauerhafte Oberfläche. Ein optimaler Fassadenanstrich für historische Objekte. Als Grundanstrich kam ein Kaliwasserglasglas-Konzentrat (Silitol Konzentrat) zum Einsatz.