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Caparol kürt Preisträger

Die Preisträger
(Zur vergrößerten Ansicht Bild anklicken) Der Caparol-Architekturpreis „Farbe – Struktur – Oberfläche“ wurde am 5. Juni in Darmstadt verliehen. Im Bild hinten (von links): Marc Oei (Lederer Ragnarsdottír Oei, Stuttgart), Peter Brückner (Brückner + Brückner, Tirschenreuth), Daniel Lischer (Lischer Partner Architekten, CH-Luzern) und Nicolas Pirovino, huggen_berger architekten, CH-Zürich). Vorne (von links): Dr. Ralf Murjahn (Caparol), Jorunn Ragnarsdottír (Lederer Ragnarsdottír Oei, Stuttgart), Urs Schmid (Graber & Steiger Architekten, CH-Luzern), Denis Kusotic, A-Wien), Ushi Tamborriello (CH-Rieden/Baden) und Alex Zollinger (Graber & Steiger Architekten, CHLuzern)
Die Murjahn-Medaille
Das Logo des Architekturpreises 2008.

Architekturpreis "Farbe-Struktur-Oberfläche 2008" in Darmstadt verliehen.
Auch österreichische Projekte wurden ausgezeichnet. Preisträger fliegen nach Peking.

Renommierte Architekten und Planer, Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft sowie lokale Honoratioren kamen am 5. Juni zur Verleihung des Architekturpreises Farbe – Struktur – Oberfläche auf die Mathildenhöhe nach Darmstadt. Der zum dritten Mal von Caparol in Zusammenarbeit mit den Architekturfachzeitschriften AIT und Intelligente Architektur ausgelobte Wettbewerb prämiert vorbildlich umgesetzte Farbkonzepte in der
Architektur. Die 102 nominierten Arbeiten aus dem Bereich der Architektur und Innenarchitektur wurden im Hinblick auf beispielhaften Umgang mit Farbe, Struktur und Oberfläche bewertet.

Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung ehrte Dr. Ralf Murjahn (Caparol-Unternehmensleitung) das Stuttgarter Architekturbüro Arno Lederer, Jórunn Ragnarsdóttir, Marc Oei für das Projekt „Hessisches Staatstheater, Darmstadt“. Das Büro erhielt den Hauptpreis und die Murjahn-Medaille. Architekturpreise gingen auch an huggen_berger architekten (Zürich) für das Projekt „Stadthaus Zurlindenstraße“ in Zürich und den Wiener Architekten Denis Kosutic für die Interiorgestaltung des „Hair Studio Andreas K“ in Wien.Der Preis der drei Gewinnerbüros ist die Teilnahme jeweils eines Bürovertreters an einer Reise nach Peking.Ausgezeichnet wurden auch die Architekten Julia Fügenschuh und Christof Hrdlovics für das Projekt „M-Preis, Feinkostladen in Imst“, Graber und Steiger Architekten GmbH für die Werkerweiterung der Fensterfabrik G. Baumgartner AG in Hagendorn (Schweiz), Ushi Tamborriello für das Projekt „Hamam Trafo in Baden“ und Lischer Partner Architekten Planer für den Wohnpark Schönegg in Luzern/Littau. Für die vier Büros und Projekte hatte die Jury lobende Erwähnungen ausgesprochen.

 

Hessisches Staatstheater: Hauptpreis für Lederer+Ragnarsdóttir+Oei

Während der Veranstaltung betonte der Vorsitzende der Bewertungsjury Peter Brückner das hohe Niveau des Wettbewerbs. Dieser soll, so Dr. Ralf Murjahn, als "Quelle der Inspiration" auch künftig einen Beitrag dazu leisten, außergewöhnliche Architektur im Bereich Farbe – Struktur – Oberfläche zu realisieren.

Das Hessische Staatstheater in Darmstadt gehört zweifellos dazu. Die Arbeit des Büros Lederer+Ragnarsdóttir+Oei "... zeigt, was Architektur sein und leisten kann", heißt es in der Begründung der Jury: "Das Werk zeichnet sich durch seine materielle Schlichtheit wie skulpturale Eleganz aus – und es zeigt den vorbildlich subtilen Umgang mit bestehender Bausubstanz. Durch die gestalterische wie konzeptionelle Transformation wird aus einem "häßlichen Entlein" eine kraftvolle Architektur voller Poesie und Klarheit. Die Zeichenhaftigkeit des neuen Eingangs berührt auf den ersten Moment – man könnte meinen, das Gebäude beginnt einen visuellen Dialog mit dem Betrachter.... leise, fein und doch voller Kraft. Durch die theatrale Inszenierung des Eingangskörpers mit seinen roten Bühnentüren beginnt das Schauspiel schon vor dem Eintritt in das Haus. Der pure Einsatz von wechselseitig kontrastierenden Farben, Strukturen und Oberflächen läßt sinnlich leichte Räume entstehen, die im Bewußtsein des Betrachters weiterleben, gleich dem erlebten Theater im Inneren des Gebäudes. Lederer+Ragnarsdóttir+Oei gelingt es beispielhaft, einen unverwechselbaren Ort mit zeichenhaftem Charakter zu schaffen“, dessen Geist weit über den Ort hinaus reicht.

Für die Sanierung des Hessischen Staatstheaters in Darmstadt wurde das Stuttgarter Büro Lederer+Ragnarsdóttir+Oei mit dem Architekturpreis Farbe – Struktur – Oberfläche ausgezeichnet. Verspielt gibt sich die Galerie zum Großen Haus: Die Beleuchtung besteht aus schwebenden, subtil farbigen Deckensegeln, die den Raum illuminieren. Die tiefschwarze Decke darüber gibt dem großen Raum Halt und eine eigenartige Weite. (Foto: Roland Halbe/Caparol Farben Lacke Bautenschutz) - Weiße Flächen und goldene Akzente finden sich auch an den geöffneten Tageskassen – und erzeugen eine, dem Staatstheater angemessene Erhabenheit des Raumes. Wände und Decken sind mit den Dispersionsfarben Indeko-plus und Amphibolin beschichtet; außerdem kamen hoch- und seidenglänzende Capalac-Produkte zum Einsatz. (Foto: Roland Halbe)
Für die Sanierung des Hessischen Staatstheaters in Darmstadt wurde das Stuttgarter Büro Lederer+Ragnarsdóttir+Oei mit dem Architekturpreis Farbe – Struktur – Oberfläche ausgezeichnet. Verspielt gibt sich die Galerie zum Großen Haus: Die Beleuchtung besteht aus schwebenden, subtil farbigen Deckensegeln, die den Raum illuminieren. Die tiefschwarze Decke darüber gibt dem großen Raum Halt und eine eigenartige Weite. (Foto: Roland Halbe/Caparol Farben Lacke Bautenschutz) - Weiße Flächen und goldene Akzente finden sich auch an den geöffneten Tageskassen – und erzeugen eine, dem Staatstheater angemessene Erhabenheit des Raumes. Wände und Decken sind mit den Dispersionsfarben Indeko-plus und Amphibolin beschichtet; außerdem kamen hoch- und seidenglänzende Capalac-Produkte zum Einsatz. (Foto: Roland Halbe)
(Zur vergrößerten Ansicht bitte Bild anklicken) Für das Stadthaus Zurlindenstraße in Zürich erhielten huggen_berger architekten (Zürich) den Caparol-Architekturpreis. Der Baukörper nimmt in hohem Maße die Bezüge zur Nachbarbebauung auf. Mit großer Sorgfalt wurde die Fassade gestaltet, die Keramikplatten wurden eigens für dieses Projekt produziert und lassen den Baukörper wie in einem rohseidenen Anzug erscheinen. (Foto: Beat Bühler)
(Zur vergrößerten Ansicht bitte Bild anklicken) Für das Stadthaus Zurlindenstraße in Zürich erhielten huggen_berger architekten (Zürich) den Caparol-Architekturpreis. Der Baukörper nimmt in hohem Maße die Bezüge zur Nachbarbebauung auf. Mit großer Sorgfalt wurde die Fassade gestaltet, die Keramikplatten wurden eigens für dieses Projekt produziert und lassen den Baukörper wie in einem rohseidenen Anzug erscheinen. (Foto: Beat Bühler)

 

"Hochintelligente Raumstudie"


Für das Stadthaus Zurlindenstraße in Zürich zeichnete die Jury "huggen_berger architekten" (Zürich) mit dem Architekturpreis Farbe – Struktur – Oberfläche aus, „da die Arbeit sich extrem sensibel in den städtebaulichen Kontext einfügt. Der Baukörper nimmt in hohem Maße die Bezüge zur Nachbarbebauung auf. Mit großer Sorgfalt wurde die Fassade gestaltet, die Keramikplatten wurden eigens für dieses Projekt produziert und lassen den Baukörper wie in einem rohseidenen Anzug erscheinen. Die glasierte Oberfläche und die Struktur der Platten fängt die Licht und Wetterstimmungen auf. Das Gebäude verändert sich je nach Blickwinkel und mit den Tages- und Jahreszeiten. Die hohe Wertigkeit der Fassadengestaltung spiegelt sich auch in der Grundrißorganisation wider. Großzügiges Wohnen findet vor allem im Neubaubereich statt, während der Altbau durch einige Stufen in der Höhe versetzt den Schlafräumen vorbehalten ist und sich zum ruhigen Hof hin orientiert. Alles in allem verspricht das Gebäude eine grundsätzliche Bereicherung, sowohl für den Stadtgrundriß als auch für die Stadtentwicklung und letztlich für jeden einzelnen Bewohner.“

(Zur vergrößerten Ansicht bitte Bild anklicken) Für die Interiorgestaltung des „Hair Studio Andreas K“ in Wien bekam Denis Kosutic den Architekturpreis. Die Veränderung eines Raumes mit nur wenigen Mitteln und insbesondere die Vervielfältigung des Raumes durch unterschiedliche Spiegel beeindruckten. Die Jury würdigte insbesondere die Vielschichtigkeit, mit der die Arbeit ausgeführt wurde. (Foto: Lea Titz)
(Zur vergrößerten Ansicht bitte Bild anklicken) Für die Interiorgestaltung des „Hair Studio Andreas K“ in Wien bekam Denis Kosutic den Architekturpreis. Die Veränderung eines Raumes mit nur wenigen Mitteln und insbesondere die Vervielfältigung des Raumes durch unterschiedliche Spiegel beeindruckten. Die Jury würdigte insbesondere die Vielschichtigkeit, mit der die Arbeit ausgeführt wurde. (Foto: Lea Titz)

Als „eine hochintelligente Raumstudie, welche eigentlich ein Spiegelkabinett, ein kleiner Festsaal geworden ist“ bezeichnete die Jury die Arbeit von Denis Kosutic, der für die Interiorgestaltung des "Hair Studio Andreas K" in Wien mit dem Caparol-Architekturpreis ausgezeichnet wurde. Die Veränderung eines Raumes mit nur wenigen Mitteln und insbesondere die Vervielfältigung des Raumes durch unterschiedliche Spiegel zeuge davon, "... dass hier ein großer Geist trotz kleiner Aufgabe wirkte". Die Jury fühlte sich auch an die Architekturgeschichte Adolf Loos erinnert und würdigte insbesondere die Vielschichtigkeit, mit der die Arbeit ausgeführt wurde. Spiel und Experimentieren mit verschiedenen Materialien in einer Farbe, mit Glitzereffekten und der „Dreidimensionalität“ der Oberflächen beeindrucken. Dreidimensionale, an den Wänden und an der Decke verteilte Spiegelpaneele mit eingebauten Lichtquellen verleihen dem Raum unzählige und überraschende neue Dimensionen und Perspektiven und verändern die echten Raumproportionen. Das Konzept beschreibt Silber als raumbildenden Farbton. Einfarbigkeit verleiht dem Raum einen starken und unverwechselbaren Charakter und eine fast surrealistische Wirkung. Durch Spiegelung der Fremden (Gegenstände und Personen) entstehen die Farben im Raum, die sich in der Spiegelperspektive in unzählige multiplizieren, bewegen und immer stundenweise verändern.

Lobende Erwähnungen

Die österreichische Ladenkette M-Preis setzt seit Jahren höchst positive Maßstäbe mit ihren architektonisch herausragenden Neubauten. Die Architekten Julia Fügenschuh und Christof Hrdlovics (Zirl) realisierten mit dem M-Preis Feinkostladen in der Innenstadt von Imst nun einen weiteren, herausragenden Ladentypus. "Das dominierende Gestaltungselement ist die messingfarbene Decke. Sie gibt dem Laden und den Waren eine Wertigkeit, die meilenweit weg ist von der ‚Geiz ist Geil’-Mentalität. Und zugleich ist diese goldene Decke durch die Schaufenster auch im Straßenraum weithin sichtbar. Schreiende und ewig gleiche Leuchtreklamen an Innenstadtfassaden sind überflüssig. Ein sehr einfacher und höchst effektiver gestalterischer Kunstgriff genügt und M-Preis beweist: Es ist auch für Lebensmittel-Filialisten möglich, in Innenstädten erfolgreich und zugleich gestalterisch sensibel einen Laden zu betreiben.“ Diese gesellschaftlich wertvolle Leistung würdigte die Jury mit einer lobenden Erwähnung.

Mit dem M-Preis Feinkostladen in der Innenstadt von Imst realisierten die Architekten Julia Fügenschuh und Christof Hrdlovics einen herausragenden Ladentypus, für den die Jury eine lobende Erwähnung aussprach. Das dominierende Gestaltungselement ist die messingfarbene Decke. Sie gibt dem Laden und den Waren eine Wertigkeit, die meilenweit weg ist von der "Geiz ist Geil" - Mentalität. (Foto: Günter R. Wett)
Mit dem M-Preis Feinkostladen in der Innenstadt von Imst realisierten die Architekten Julia Fügenschuh und Christof Hrdlovics einen herausragenden Ladentypus, für den die Jury eine lobende Erwähnung aussprach. Das dominierende Gestaltungselement ist die messingfarbene Decke. Sie gibt dem Laden und den Waren eine Wertigkeit, die meilenweit weg ist von der "Geiz ist Geil" - Mentalität. (Foto: Günter R. Wett)

Die Werkerweiterung der Fensterfabrik Baumgartner in Hagendorn der Architekten Graber und Steiger (Luzern) erhielt ebenfalls eine lobende Erwähnung. Das Gebäude befindet sich an der Schnittstelle zwischen Siedlungsgebiet und Landschaftsraum. Dieser sehr sensiblen Peripherie der Stadt begegnen die Architekten mit einer halbtransparenten "Membran", gefügt aus Holz- und Metallelementen. „Diese vorhangartige durchgrünte Wand spielt faszinierend mit Licht, Schatten, Material und Raum“, heißt es in der Jurybegründung: "Es entwickelt sich ein spannender Übergang zur Landschaft. Zwischen Hülle und Gebäude entsteht unter dem weit auskragenden Dach, fast selbstverständlich die geschützte Zone für An- und Ablieferung. Die Architekten antworten auf die Aufgabe und den Ort in einer Qualität, welche leider nur sehr selten in diesen sensiblen Randbereichen der Städte erreicht wird. Die natürlich belassenen Materialien treten in einen spannenden Dialog mit nicht verwitterbaren Oberflächen. Naturbelassenes Kupfer und unbehandeltes Holz sind der Patinierung unterworfen; die lackierten Stahlträger und die Kunststoff-Fassadenplatten leben von ihrer artifiziellen Ausstrahlung. Farbe, Struktur und Oberfläche werden bei dieser Arbeit in einen subtilen Zusammenhang zu Architektur, Landschaft und den Jahreszeiten gesetzt. Transparenz, Transluzenz in Verbindung mit der sanften Reflexion der Fassaden geben dem Gebäudeensemble eine fast geheimnisvolle Ausstrahlung".

Die Werkerweiterung der Fensterfabrik Baumgartner in Hagendorn der Architekten Graber und Steiger erhielt ebenfalls eine lobende Erwähnung. Das Gebäude befindet sich an der Schnittstelle zwischen Siedlungsgebiet und Landschaftsraum. Farbe, Struktur und Oberfläche werden bei dieser Arbeit in einen subtilen Zusammenhang zu Architektur,Landschaft und den Jahreszeiten gesetzt. "Transparenz, Transluzenz in Verbindung mit der sanften Reflexion der Fassaden geben dem Gebäudeensemble...", so die Jury, "... eine fast geheimnisvolle Ausstrahlung". (Foto: Dominique Marc Wehrli)
Die Werkerweiterung der Fensterfabrik Baumgartner in Hagendorn der Architekten Graber und Steiger erhielt ebenfalls eine lobende Erwähnung. Das Gebäude befindet sich an der Schnittstelle zwischen Siedlungsgebiet und Landschaftsraum. Farbe, Struktur und Oberfläche werden bei dieser Arbeit in einen subtilen Zusammenhang zu Architektur,Landschaft und den Jahreszeiten gesetzt. "Transparenz, Transluzenz in Verbindung mit der sanften Reflexion der Fassaden geben dem Gebäudeensemble...", so die Jury, "... eine fast geheimnisvolle Ausstrahlung". (Foto: Dominique Marc Wehrli)

Eine lobende Erwähnung bekamen auch Lischer Partner Architekten Planer (Luzern)gemeinsam mit Truecolour (Luzern), die sich mit ihrem Wohnpark Schönegg des vorstädtischen Wildwuchses annahmen. Auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei wurden vier Wohnhäuser in subtil nuancierten Grün- und Violett-Tönen mit einer tarnenden Farbigkeit überzogen, welche die Gebäude mit geringem Aufwand verorten. Besondere Würdigung erfuhr auch die Farbgestaltung der öffentlichen Räume der Gebäude. "Eine gute Farbgestaltung erkennt man nicht an ungewohnten oder satten Buntwerten. Es ist vielmehr das Zusammenspiel von Materialien, Texturen, Farbtönen und Kontext, was ein gelungenes Farbkonzept ausmacht. Und dies wiederum ist nur möglich, wenn Bauherren, Architekten, Farbgestalter und Maler gut zusammenarbeiten. Nur dank dieser kommunikativen Sorgfalt bekommt diese Siedlung etwas Bezeichnendes", heißt es im Konzeptleitfaden der Architekten.

Beim Architekturpreis Farbe – Struktur – Oberfläche erhielten Lischer Partner Architekten Planer gemeinsam mit Truecolour eine lobende Erwähnung. Mit dem Wohnpark Schönegg nahmen sie sich des vorstädtischen Wildwuchses an. Auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei wurden vier Wohnhäuser in subtil nuancierten Grün- und Violett-Tönen mit einer tarnenden Farbigkeit überzogen, welche die Gebäude mit geringem Aufwand verorten.(Foto: Andri Stadler)
Beim Architekturpreis Farbe – Struktur – Oberfläche erhielten Lischer Partner Architekten Planer gemeinsam mit Truecolour eine lobende Erwähnung. Mit dem Wohnpark Schönegg nahmen sie sich des vorstädtischen Wildwuchses an. Auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei wurden vier Wohnhäuser in subtil nuancierten Grün- und Violett-Tönen mit einer tarnenden Farbigkeit überzogen, welche die Gebäude mit geringem Aufwand verorten.(Foto: Andri Stadler)

 

Orientalisches Bad in Industriehalle

Für die Realisierung eines außergewöhnlichen orientalischen Bades in einem denkmalgeschützten Trafo-Gebäude erhielt das Planungsteam um Ushi Tamborriello (München) eine lobende Erwähnung. Die Welt draußen lassen, sich dem Innen zuwenden, das ist das große, schöne Versprechen, welches das Hamam im Schweizer Baden einlösen will. "Auf seiner Reise wird der Gast begleitet von Farben und Oberflächen, in denen sich die Dunkelheit scheinbar in mehreren Schichten abgelagert hat, die in einem sanften Licht eine Qualität von Tiefe, Schlichtheit und Ruhe annehmen: an den Wänden eine mystisch erdige Oberfläche in verschiedenen Grau- und Grüntönen, die deutlich die Spuren ihrer Verarbeitung zeigt und sich in ihrer Farbgebung auf die stählernen Tragstrukturen der denkmalgeschützten Industriehalle bezieht. Raumhohe Glaswände, die Durchblicke und Einblicke steuern und den Raum in grünes Licht tauchen, Decken, Becken und Leuchten, die silberne Glanzlichter setzen, dunkles Holz in wertigen Strukturen, das eine behagliche Wärme schafft", kennzeichnen das Konzept: "Das klassische Vorbild des Hamams wurde bewusst immer wieder gebrochen und am industriellen Umfeld und der Moderne reflektiert. Geblieben sind mystische Räume, die um dasselbe Thema kreisen: Das Zelebrieren eines Baderituals, das Körper und Seele reinigt".

Für die Realisierung eines außergewöhnlichen orientalischen Bades in einem denkmalgeschützten Trafo-Gebäude bekam das Planungsteam um Ushi Tamborriello eine lobende Erwähnung. Das klassische Vorbild des Hamams wurde bewußt immer wieder gebrochen und am industriellen Umfeld und der Moderne reflektiert. Entstanden sind mystische Räume, die um dasselbe Thema kreisen: Das Zelebrieren eines Baderituals, das Körper und Seele reinigt. (Foto: Jochen Splett)
Für die Realisierung eines außergewöhnlichen orientalischen Bades in einem denkmalgeschützten Trafo-Gebäude bekam das Planungsteam um Ushi Tamborriello eine lobende Erwähnung. Das klassische Vorbild des Hamams wurde bewußt immer wieder gebrochen und am industriellen Umfeld und der Moderne reflektiert. Entstanden sind mystische Räume, die um dasselbe Thema kreisen: Das Zelebrieren eines Baderituals, das Körper und Seele reinigt. (Foto: Jochen Splett)

Ausstellung auf der Darmstädter Mathildenhöhe

Die Siegerprojekte des Caparol-Architekturpreises 2008 und alle 102 nominierten Arbeiten sind vom 6. Juni bis 21. September auf der Darmstädter Mathildenhöhe (Museum Künstlerkolonie) zu sehen. Zur Ausstellung erscheint eine reich illustrierte Publikation mit sämtlichen nominierten Projekten (25 Euro an der Museumskasse).

Das Interesse von Hochbau - wie von Innenarchitekten - war enorm. "Die Anzahl prämierungswürdiger Projekte steigt von Jahr zu Jahr", berichtet Dipl.-Ing. Reinhard Franz, der für den Veranstalter Caparol die Ausrichtung federführend leitet. Den Grund für die überaus positive Resonanz sieht der Veranstalter darin, dass es sich um einen echten Nominierungswettbewerb handelt. Dessen Reglement sieht vor, dass prämierungswürdige Arbeiten nur von einer Nominierungsjury, die sich aus hochkarätigen Architekturbüros zusammensetzt, vorgeschlagen werden. Die Nominierung wird also ausschließlich von Kollegen vorgenommen und nicht – wie bei vielen anderen Wettbewerben mittlerweile üblich – von der Industrie. Das macht den besonderen Reiz des Caparol-Architekturpreises „Farbe – Struktur – Oberfläche“ aus, der auch unter einem weiteren Aspekt eine Sonderstellung einnimmt: Statt üppiger Preisgelder winkt den Preisträgern eine Bildungsreise, die der
Veranstalter gemeinsam mit der Fachzeitschrift AIT organisiert.

Caparol möchte durch diesen Wettbewerb Architekten aus dem In- und Ausland auf die mannigfaltigen Möglichkeiten der Gestaltung mittels Farbe, Strukturen und Oberflächendesigns hinweisen. Zugleich werden beispielhafte Projekte ausgezeichnet. "Jeder nominierte Vorschlag hat die gleiche Chance zu gewinnen. Ob bei einem Objekt von einem bestimmten Produkt besonders viel oder wenig verwendet wurde, ist für die Nominierung unerheblich. Auch in diesem Jahr fanden sich auf der Vorschlagsliste sowohl kleine, ausgesprochen feine Arbeiten als auch skulpturale Großprojekte. Es geht in erster
Linie darum, herausragende architektonische Qualität auszuzeichnen“, so Franz. Die Verschiedenartigkeit von Oberflächen und Strukturen kann dabei differenzierend wirken. Außerdem ergeben sich Gestaltungsmöglichkeiten durch eine bewußte Farbgebung. Auch dafür will Farbenhersteller Caparol sensibilisieren.

Am 8. Mai hatte das Preisgericht in Ober-Ramstadt getagt. Es bestand aus den Juroren Peter Brückner, Brückner & Brückner Architekten + Ingenieure (Tirschenreuth), Professor Regine Leibinger, Barkow Leibinger Architekten (Berlin), Dionys Ottl, Hild + K Architekten (München), Peter Ippolito, ippolito fleitz group identity architects (Stuttgart), Frank Focke, nps Tchoban Voss (Hamburg), Dr. Ralf Murjahn, Caparol-Unternehmensleitung (Ober-Ramstadt) und Dr. Dietmar DannerChefredakteur der AIT und Verlagsleiter der Verlagsanstalt Alexander Koch (Leinfelden-Echterdingen).

Der Wettbewerbsentscheidung vorab hatte eine prominente Nominierungsjury jeweils bis zu zehn Projekte benannt, die sie im Rahmen der Auslobung für preiswürdig erachtete. Der Nominierungsjury gehörten folgende Architekturbüros an: 4a Architekten GmbH (Stuttgart), Architektengruppe N+M GmbH (Offenbach), bost berlin Interieur Design.Architecture (Berlin), Ippolito Fleitz Group (Stuttgart), Lepel & Lepel Architektur (Köln), LH Architekten (Hamburg), Plajer & Franz Studio (Berlin), Tim Hupe Architekten (Hamburg), Wulf & Partner (Stuttgart), Yes architecture (München), BKK-3 (Wien), Riken Yamamoto & Beda Faessler Architects (Zug).